in liebe

23 10 2009

und sie sind doch nicht tot…

http://nadelspitze.wordpress.com/2008/09/23/schmetterlinge-verwesen-langsam/





Fiktion 07

5 02 2009

Ich weiß nicht, wie lange ich die Worte noch wiederholt habe aber irgendwann
muss ich eingeschlafen sein. Als ich wieder erwache entdecke ich ein Bett neben
meinem, in welchem ein Mann liegt.
Der sieht alt aus, wie er so da liegt und schläft in seinem weißen Bett, in weißem
Laken. Auch aus seinem Hals und Oberkörper laufen Schläuche in eine Maschine
und auch wieder zurück. Er hat weder Haare auf dem Kopf noch Augenbrauen
oder einen Bart. Bei näherer Betrachtung fällt mir auf, dass seine Augen zugenäht sind.
Plötzlich schaltet sich eine Maschine neben ihm ein und pumpt eine grünliche
Flüssigkeit durch den Schlauch in seinen Brustkorb. Kurz darauf wacht mein neuer
Zimmergenosse auf.
„Hallo?“ sagt er in den Raum und ich erwidere seinen Gruß mit einem kurzen „Hi“.
„Guten Tag, mein Name ist 1-3-2-3-2-1 und mit wem habe ich die Ehre?“
Wie aus Reflex Antworte ich “ICH-BIN-1-3-2-5-7-6″. Und bin selbst recht überrascht
über meine Antwort und vor allem, wie schnell sie aus meinem Mund geflogen kam.
„Ah, ein Neuer. Haben sie sich schon gut eingelebt? Ich hörte die Zimmer hier sollen
recht schön gestaltet sein. Zumindest sagte mir dies 1-0-0-1-2-1, mein alter
Zimmerkompane. Wie sie sicher bereits mitbekommen haben, bin ich leider seit
meiner Geburt blind und kann dies selbst nicht beurteilen. Haben sie IHN denn
schon kennen gelernt?“
- Blind, er glaubt tatsächlich, dass er Blind ist. Kurz überlege ich, ihn zu fragen
warum seine Augen zugenäht sein, stelle diese Frage aber erst einmal in den
Hintergrund da mit zur Zeit noch ganz andere Dinge unter den Nägeln brennen.

„Wen meinen sie mir „Ihn“? Ich weiß nicht einmal wo oder wie ich hergekommen bin.“
„Hergekommen? Woher denn mein Freund?“
„Ich, ich weiß nicht. Ich weiß ja nicht einmal, wie lange ich hier schon bin.“
„Und, warum sind sie dann so sicher, dass sie hergekommen sind? Vielleicht waren
sie ja schon immer hier? Ich für meinen Teil bin mir relativ sicher, dass ich hier schon
immer gewesen bin.“
„Und sie liegen schon immer in diesen Betten?“
„In der Erholungsstation? Wo denken sie hin? Welchen Sinn hätte es immer hier zu liegen?
Nein, manchmal braucht man einfach ein bisschen Ruhe und dann sind diese Räume ein
wahrer Traum. 1-0-0-1-2-1 erfreute sich immer wieder, wenn das Dach geöffnet wurde
und wir den Vögeln lauschen konnten. Wissen sie ob das Dach heute schon geöffnet wurde?“
Ich schaue an die Decke und sehe wieder Buchstaben.
Kämpfen sie nicht! Glauben sie nicht! Wissen sie!
Gerade als ich 1-3-2-3-2-1 sagen möchte, dass dieser Raum nie seine Decke öffnen wird
und die Vogelgeräusche wohl nur eingespielt werden, schaltet sich wieder eine der Maschinen
neben mir ein und wieder überfällt mich eine totale Taubheit. Ich kann weder Arme noch Beine
Bewegen, nicht sprechen und nicht mal meine Augen bewegen. Den Blick starr auf die Decke
gerichtet fange ich wieder an zu lesen.
Sie sollen nicht Kämpfen. Sie sollen nicht Zweifeln. Wer den Zweifel sucht, verliert das Glück.
Schützen sie ihr Glück. Glauben sie nicht, Wissen sie! Sie sind 1-3-2-5-7-6. Sie sind 1-3-2-5-7-6.
S-I-E S-I-N-D 1-3-2-5-7-6. Wir werden nun das Dach öffnen. Genießen sie Sonne und Himmel!

Plötzlich erscheint ein grelles Licht, ein leichter Windhauch durchfließt den Raum und Vogelgezwitscher
ist zu hören. Langsam gewöhnen sich meine Augen an diese extreme Helligkeit und ich sehe wieder
den einen Vogel, immer und immer wieder, während mein Bettnachbar immer wieder „Ach ist das schön“
vor sich hin prabbelt .





Der Tag, an dem die Erde stillstand

18 12 2008

Scott Derrickson hat sich nach dem „Exorzismus von
Emily Rose“ nun also den Sci-Fi Klassiker „Der Tag
an dem die Erde stillstand“ angenommen. Einen
Streifen den es bereits 1951 gab und der damals
wohl eher durch seine Story als durch seine Machart
zu überzeugen wusste.

Derrickson hat allerdings einiges mehr aufgefahren.
Mit Jennifer Connelly und Keanu Reeves kann man
nicht gerade von einer Low-Budget Besetzung
sprechen und auch die Produktionskosten von
geschätzten 120 Millionen US-Dollar übersteigen bei
weitem den Rahmen, den damals Robert Wise zur
Verfügung hatte (im Vergleich lächerliche 1,2
Millionen).

Das Geld allein aber noch keinen guten Film abliefert
beweist Derrickson hier sehr gut.
Obwohl der Film am Anfang noch relativ viel
verspricht leidet er bald unter der zu eng
zusammen geschobenen Story. Die Gesamtlaufzeit
von 103 Minuten reicht vorn und hinten nicht aus um
sich auch nur ansatzweise mit den Charakteren zu
Identifizieren. Teilweise bewegen diese sich in abstruse
Dialoge bis hin zu einem völlig belanglosen und
überhaupt nicht nachzuvollziehenden Plot.

Und wenn man dann denkt, dass zumindest fürs
Auge etwas geboten wird, wird man ebenfalls
enttäuscht. Zwar wirken die Effekte, die im Film zu
sehen sind nicht billig aber man spart mit ihnen und
setzt sie häufig deplatziert ein. Der Film schafft es
trotz einer Story, die das bevorstehende Ende der
Menschheit innehat einfach zu keinem Zeitpunkt an
Spannung aufzubauen. Immer wieder rückt die
Nebenstory inlusive zwischenmenschlicher Beziehungen
in den Vordergrund und lässt den Zuschauer ratlos
zurück.

Daran können auch Jennifer Connelly, Keanu Reeves
und Jungstar Jaden Smith, den einige sicher aus
„Das Streben nach Glück“ kennen, nichts ändern.
Viel mehr wirken sie in ihrer Rolle verloren und
versuchen nur noch das Dilemma relativ gering zu
halten.

Abgerundet von Productplacement der extremen Art
(Microsoft hier, LG da und das große goldene M von
MCD darf natürlich auch nicht fehlen), bei der der
Zuschauer das Gefühl nicht los wird, dass hier eher
ein Werbefilm läuft schaft es „Der Tag an dem die
Erde stillstand“ leider nicht mal ansatzweise auf das
Level, welches eher durch seine extreme
Medienpräsenz vermittelt.

Am Ende werden wohl viele Kinobesucher den Saal
enttäuscht verlassen und sich fragen,
was denn nun die große Moral des Films ist bzw war.
Denn das, was in den 50ern den Film ausmachte,
wurde hier mit Starbesetzung zu Grunde gerichtet.

Hoffen wir am Ende, dass die nächste Neuverfilmung
(welche ja ohnehin schon wieder in den Startlöchern
steht) mehr zu bieten hat.

Von mir gibt es (mit Auge zugedrückt!)
1 von 5*