Es ist schon merkwürdig und sicher auch traurig wenn man dann irgendwann einmal spürt,
dass die Heimat nicht mehr das „zu hause“ ist.
So ging es mir dann über die Ostertage.
Da habe ich mich nämlich mal wieder nach Thüringen, meiner Heimat, bewegt.
In ein kleines Örtchen mit dem Namen Bad Frankenhausen.
Dort habe ich in den letzten 21 Jahren mindestens 16 Jahre verbracht.
Das sind immerhin über 75% meines noch jungen Lebens und so kann ich wohl auch mit großer Sicherheit sagen,
dass dies meine Heimat ist.
So richtig super gefallen hat es mir dort irgendwie noch nie.
Zwar hab und hatte ich dort einen großen Freundeskreis, werde von eigentlich allen akzeptiert,
hatte die Chance in der, für mich, besten Kneipe der Stadt zu arbeiten, im Jugendclub ein paar Ideen einzubringen,
die auch heute noch leben und überhaupt…
Für einige war und bin ich nicht aus der Stadt nicht wegzudenken.
Das ist ja auch total lieb aber trotzdem merkte ich schon beim Losfahren hier aus Köln in dieses kleine Örtchen, dass sich irgendetwas verändert hat.
Klar damals als ich in Mühlhausen oder Nürnberg war spürte ich schon, dass „Bad F.“ nicht meine Traumstadt ist aber diesmal war es doch irgendwie anders.
Schon als wir das Ortseingangsschild erreichten merkte ich mein Unwohlgefühl.
Dabei kann ich das nicht einmal so recht erklären.
Ich hab hier in Köln eigentlich keinen richtigen Freundeskreis oder Leute mit denen ich am Wochenende oft rumhänge und trotzdem fühle ich mich hier wohler als in dieser kleinen Stadt nahe des Kyffhäusers. Dabei sind die Leute dort wirklich immer wieder total toll und nett zu mir aber sobald man dann einmal allein ist kommt wieder dieses ungute Gefühl.
Man schaut aus dem Fenster und man sieht wieder diese Straße, an der links und rechts die Plattenbauten reihen.
Man geht durch die Straßen und sieht Menschen die keine Miene verziehen.
Es scheint als hätte man sämtliche Emotionen aus den Menschen gequetscht und in das kleine Flüsschen geschüttet welches die Altstadt von der Neustand trennt.
Ganz langsam entwickelt man eine Gewisse Antihaltung gegen die Stadt.
Man verleugnet sie nicht aber irgendwie schämt man sich dafür, dass das größte Ereignis die Neueröffnung irgendeines Supermarktes ist.
Wenn man dann auch noch mit den falschen Menschen spricht, merkt man, dass dies die Leute gar nicht stört. Man sei ja sowieso zu viel mit sich selbst beschäftigt…
Ja natürlich… Wenn ich so etwas von Jugendlichen Arbeitslosen höre dann muss ich mich schon am Kopf kratzen und wenn ich dann sage, was ich davon halte gelte ich als arrogantes Arschloch.
Wobei ich das ja sowieso für einige bin… Immerhin bin ich ja in den „goldenen Westen“ abgehauen…
Jaja die berühmte Mauer in den Köpfen ist hier gleich doppeldeutig.
Aber man darf ja wirklich nicht nur die negativen Dinge sehen.
Nicht, dass dies hier noch einige wirkliche Freunde lesen und sich ein wenig auf den Fuß getreten fühlen.
Der Empfang von einigen war ja wirklich total süß.
Man hat sich um mich gekümmert und einige waren wirklich interessiert wie es mir geht (einige fragten auch, obwohl sie es nicht interessierte aber so etwas merkt man ja relativ schnell).
Es gab die eine Woche recht viel zu lachen und auch einige echt tolle Gespräche.
Auf der anderen Seite merkte ich aber auch, dass mein alter Freundeskreis, den ich noch vor 2 Jahren hegte und pflegte, komplett zusammen gebrochen ist.
Das liegt zum einen daran, dass ich manchen einfach aus dem Weg gehe.
Ich mag das Umfeld in dem sie sich heute Bewegen nicht und es interessiert mich bei einigen auch nicht mehr, was sie zu erzählen haben. Da ist wieder dieser Punkt mit dem, dass ich arrogant geworden bin. Vielleicht bin ich das ja auch aber lieber bin ich Arrogant, wenn ich dies bin, nur weil ich ehrlich bin, als ein Heuchler und Mitläufer.
Zum anderen liegt es aber auch daran, dass ich es irgendwann nicht mehr eingesehen hab, mich ständig zu melden, die Gespräche geendet sind mit „ich meld mich mal“ und man nie diesen Melderuf erhalten hat. Wenn für diese Menschen Drogen und ähnliches wichtiger sind dann bitte.
Ich für meinen Teil merke daran wo bei diesen Menschen die Prioritäten liegen und damit kann ich mich irgendwie nicht (mehr) identifizieren.
Na ja… „My Home“ ist nun auf jeden Fall nicht mehr Bad Frankenhausen. Vielleicht war es das nie…
Vielleicht ist auch Köln nicht „zu hause“ aber ich fühle mich hier definitiv um einiges wohler als in diesem 8700 Seelendorf.
Von wegen „Home is where your heart is“ und so…
Hoffe, es fühlen sich durch diesen Text nicht zu viele auf den Fuß getreten…
steckt wahrheit drin.