Scott Derrickson hat sich nach dem „Exorzismus von
Emily Rose“ nun also den Sci-Fi Klassiker „Der Tag
an dem die Erde stillstand“ angenommen. Einen
Streifen den es bereits 1951 gab und der damals
wohl eher durch seine Story als durch seine Machart
zu überzeugen wusste.
Derrickson hat allerdings einiges mehr aufgefahren.
Mit Jennifer Connelly und Keanu Reeves kann man
nicht gerade von einer Low-Budget Besetzung
sprechen und auch die Produktionskosten von
geschätzten 120 Millionen US-Dollar übersteigen bei
weitem den Rahmen, den damals Robert Wise zur
Verfügung hatte (im Vergleich lächerliche 1,2
Millionen).
Das Geld allein aber noch keinen guten Film abliefert
beweist Derrickson hier sehr gut.
Obwohl der Film am Anfang noch relativ viel
verspricht leidet er bald unter der zu eng
zusammen geschobenen Story. Die Gesamtlaufzeit
von 103 Minuten reicht vorn und hinten nicht aus um
sich auch nur ansatzweise mit den Charakteren zu
Identifizieren. Teilweise bewegen diese sich in abstruse
Dialoge bis hin zu einem völlig belanglosen und
überhaupt nicht nachzuvollziehenden Plot.
Und wenn man dann denkt, dass zumindest fürs
Auge etwas geboten wird, wird man ebenfalls
enttäuscht. Zwar wirken die Effekte, die im Film zu
sehen sind nicht billig aber man spart mit ihnen und
setzt sie häufig deplatziert ein. Der Film schafft es
trotz einer Story, die das bevorstehende Ende der
Menschheit innehat einfach zu keinem Zeitpunkt an
Spannung aufzubauen. Immer wieder rückt die
Nebenstory inlusive zwischenmenschlicher Beziehungen
in den Vordergrund und lässt den Zuschauer ratlos
zurück.
Daran können auch Jennifer Connelly, Keanu Reeves
und Jungstar Jaden Smith, den einige sicher aus
„Das Streben nach Glück“ kennen, nichts ändern.
Viel mehr wirken sie in ihrer Rolle verloren und
versuchen nur noch das Dilemma relativ gering zu
halten.
Abgerundet von Productplacement der extremen Art
(Microsoft hier, LG da und das große goldene M von
MCD darf natürlich auch nicht fehlen), bei der der
Zuschauer das Gefühl nicht los wird, dass hier eher
ein Werbefilm läuft schaft es „Der Tag an dem die
Erde stillstand“ leider nicht mal ansatzweise auf das
Level, welches eher durch seine extreme
Medienpräsenz vermittelt.
Am Ende werden wohl viele Kinobesucher den Saal
enttäuscht verlassen und sich fragen,
was denn nun die große Moral des Films ist bzw war.
Denn das, was in den 50ern den Film ausmachte,
wurde hier mit Starbesetzung zu Grunde gerichtet.
Hoffen wir am Ende, dass die nächste Neuverfilmung
(welche ja ohnehin schon wieder in den Startlöchern
steht) mehr zu bieten hat.
Von mir gibt es (mit Auge zugedrückt!)
1 von 5*
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